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Bei Heuschnupfen die Nase pfeffern?

Gegen ihre Pollenallergie setzen viele Menschen kurioserweise Pflanzen ein: Capsaicin aus scharfem Pfeffer soll bei wiederholter topischer Anwendung die Nasenschleimhaut beruhigen. Ob die Würze wirklich hilft, überprüfte ein Wissenschafter-Team der "Cochrane Collaboration". 

Für ein Viertel der Bevölkerung beginnt mit dem Frühling auch die Heuschnupfen-Saison. Pollenallergiker, die pflanzliche Wirkstoffe bevorzugen, steigern die gefühlte Temperatur dann zusätzlich mit Capsaicin.

Durch den Scharfmacher aus Pfeffer und Chillischote sollen sensorische Nasen-Nerven lahm gelegt werden, die bei allergischer Rhinitis für die Übererregung der Schleimhäute verantwortlich sind.

Nach der im Labor recht gut belegten Theorie wirkt intranasales Capsaicin spezifisch auf afferente Nerven, die hauptsächlich aus unmyelinierten C-Fasern und myelinierten A-Delta-Fasern bestehen. Diese sollen bei allergischer Inflammation über zentrale und axonale Reflexe und Ausschüttung von Neuropeptiden zu den Beschwerden führen. Capsaicin wirkt als Blocker der Neuropeptide, unterbricht den axonalen Reflex und bessert so die Symptome - theoretisch.

Ob Chilli-Spülung und Pfeffersalbe auch in der Praxis überzeugen, wollten Reviewer der Cochrane Collaboration nun anhand harter Daten überprüfen. Doch ihre Suche nach hochwertigen Studien blieb - beinahe - erfolglos. Es fand sich nur eine einzige Arbeit von niedriger Qualität zum Thema, und diese ergab keinen messbaren Effekt von intranasalem Capsaicin auf Dauer und Stärke der Beschwerden. Lediglich eine geringe Veränderung der klinischen Reaktion auf Histamin konnte dokumentiert werden.

Ob Allergiker also dort, wo der Pfeffer wächst, im Frühling besser aufgehoben sind, bleibt weiter unbewiesen.

JN

Quelle:
Cheng J, Yang XN, Zhang SP: Capsaicin for Allergic Rhinitis in Adults. In: The Cochrane Database of Systematic Reviews (2) 2006.

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