Einigen Säuglingen mit atopischem Ekzem geht es besser, wenn die stillende Mutter potenziell allergene Nahrungsmittel wie Eier, Kuhmilch oder Nüsse meidet. Ob eine allergenarme mütterliche Ernährung auch schon das Auftreten einer Atopie verhindern kann, überprüfte jetzt ein Cochrane-Review. Da Antigene aus der Nahrung teilweise plazentagängig sind, wurden auch Schwangere in die Metaanalyse einbezogen.Es fanden sich vier Studien mit insgesamt 334 Schwangeren mit hohem Risiko für Atopien, die die Schutzwirkung allergenarmer Diät auf das Kind mit normaler Ernährung verglichen hatten. Dabei zeigten sich keinerlei Auswirkungen in den ersten 18 Lebensmonaten; die Raten an allergischer Rhinitis, Konjunktivitis und Urtikaria waren in allen Gruppen gleich. Langzeit-Effekte wurden nicht erhoben.
Signifikante Auswirkung der Allergie-Diät war ein geringerer Gewichtszuwachs der Mutter während der Schwangerschaft. Ein ebenfalls gefundenes durchschnittlich geringeres Geburtsgewicht des Kindes erreichte keine statistische Signifikanz. Zum prophylaktischen Nutzen allergenarmer Kost bei stillenden Müttern von Kindern mit hohem Atopie-Risiko liegt nur eine einzelne Studie mit 26 Teilnehmern vor, die keinerlei Effekte nachweisen konnte.
Das Fazit der EBM-Experten: "Die Verschreibung einer allergenarmen Diät für Schwangere hat wahrscheinlich keinen Einfluss auf das Atopie-Risiko des Kindes. Es besteht jedoch die Gefahr einer Fehlernährung der Mutter und des Fetus."
JN
Quelle: Kramer MS, Kakuma R: Maternal dietary antigen avoidance during pregnancy or lactation, or both, for preventing or treating atopic disease in the child. In: The Cochrane Database of Systematic Reviews (3) 2006.

