Schmerzhafte Wadenkrämpfe treten überwiegend nachts ohne vorangehende Beanspruchung der betroffenen Muskulatur auf. Etwa die Hälfe der Patienten einer allgemeinmedizinischen Praxis berichten bei Befragungen über das Phänomen, dessen Inzidenz mit dem Alter stark ansteigt.Zwei Drittel der über 50-Jährigen geben dabei an, im Monat davor mindestens einmal durch einen Krampf der Beinmuskulatur in ihrer Nachtruhe gestört worden zu sein.
Die genaue Ursache der Muskelkrämpfe ist ungeklärt. Zu den Risikofaktoren zählen Schwangerschaft, Elektrolytstörungen, Salzmangel, Dialyse und periphere Gefäß- und Nervenerkrankungen. Die Krämpfe können auch Nebenwirkung allfälliger Vormedikationen sein. Clinical Evidence hat die Studienlage zur Therapie idiopathischer Beinkrämpfe unbekannter Ursache nun in einem Review zusammengefasst.
Die beste Evidenz fand sich für die Gabe von Chinin, das als sicher nützlich zur Reduktion der Krampffrequenz bewertet wurde. Die optimale Dosierung und Behandlungsdauer geht aus den Studien jedoch nicht hervor. Durch Zugabe von Theophyllin zu Chinin kann der Behandlungserfolg noch weiter gesteigert werden. CAVE: Chinin ist teratogen und darf in der Schwangerschaft nicht verabreicht werden.
Wegen fehlender Studiendaten lediglich von unbekanntem Nutzen sind:
- Analgetika
- Antiepileptika
- Kompressionsstrümpfe
- Magnesium
- Stretching-Übungen
- Vitamin E
Bei Beinkrämpfen in der Schwangerschaft sind Magnesium-Salze wahrscheinlich nützlich. Kalzium, Multivitamin- und Mineralstoff-Präparate haben ihren Nutzen für Schwangere bislang nicht bewiesen.
JN
Quelle: Gavin Young: Leg cramps. In: Clinical Evidence 2006;15:1-2.

