Akute Infektionen des unteren Respirationstraktes kommen bei Kindern häufig vor. Die kleinen Luftwege sind entzündet, und Schleim und Schwellung behindern den Luftstrom manchmal so stark, dass die Kleinen kurzatmig werden und die Oxygenierung abnimmt.Vor allem in den USA und Großbritannien wird in dieser Situation gerne versucht, mit Bronchodilatatoren als Aerosol zu helfen. In einem Review-Update bezweifeln EBM-Experten der Cochrane Collaboration nun erneut den Nutzen dieser Maßnahme.
Bereits 22 Studien von guter Qualität mit insgesamt 1.428 Kindern haben Bronchodilatatoren bei Bronchiolitis mit Placebo verglichen: Von den behandelten Kindern kam es bei 47 Prozent zu keiner Besserung, unter Placebo bei 57 Prozent. Eine Besserung eines Symptom-Scores war statistisch zwar signifikant, aber klinisch sehr gering. Auf die Oxygenierung hatte die Gabe von Bronchodilatatoren keinen Einfluss.
In Subgruppen-Analysen zeigte sich eine höhere Wirksamkeit bei ambulant behandelten Patienten als bei stationären - wahrscheinlich weil in den Studien mit ambulanten Patienten kürzere Follow-ups gewählt wurden. Dies weist für die Reviewer auf einen Kurzzeit-Effekt der Bronchodilatatoren hin. Stationäre Patienten, die bronchodilatatorisch behandelt wurden, hatten keinen Vorteil gegenüber den unbehandelten in Bezug auf Symptom-Scores, Dauer des Aufenthaltes oder Rehospitalisierung nach ihrer Entlassung.
Die Studienautoren bescheinigen den Bronchodilatatoren abschließend eine kurzzeitige, kleine Beschwerdebesserung. Dieser geringe Benefit muss jedoch gegen die Kosten und möglichen Nebenwirkungen der Medikation abgewogen werden. Für den routinemäßigen Einsatz sind sie jedenfalls nicht empfehlenswert.
JN
Quelle: Gadomski AM, Bhasale AL: Bronchodilators for bronchiolitis. In: The Cochrane Database of Systematic Reviews (3) 2006.

