Insgesamt elf Fall-Kontroll-Studien haben bislang die Verbindung von gewohnheitsmäßigem Cannabis-Konsum und Psychosen untersucht. Die gepoolten Daten der etwa 50.000 Studienteilnehmer zeigten eine um 290 Prozent höhere Inzidenz psychotischer Störungen unter den Kiffern im Vergleich zu Menschen, die noch nie am Joint gezogen haben bzw. nicht inhaliert haben (Odds Ratio/OR 2,9). Die dreimal höhere Zahl Schizophrenie-artiger Psychosen war in allen Studien trotz unterschiedlicher diagnostischer Methoden in etwa gleich hoch (OR’s zwischen 2 und 4). Nur eine einzige, kleine Studie mit 100 Teilnehmern konnte keinen signifikanten Zusammenhang finden.Die Reviewer halten die Verbindung von Cannabis und Psychose nun für zweifelsfrei bestätigt - doch ob ein ursächlicher Zusammenhang besteht, bleibt weiter ungewiss. Hinweise auf eine Kausalität liefert eine schwedische Studie, die 40.000 Wehrpflichtige jahrzehntelang beobachtet hatte. Sie zeigte neben der bekannten 3fachen Risikoerhöhung in der Gesamtpopulation auch eine dosisabhängige Inzidenzverteilung.
Aus der gleichen Studie lassen sich aber auch Zweifel ableiten, denn Cannabis-Konsumenten unterschieden sich deutlich von den Abstinenten: Sie lebten eher in der Stadt (43 vs. 19 Prozent), litten schon zum Zeitpunkt der Stellungsuntersuchung häufiger unter einer psychischen Erkrankung (27 vs. 8 Prozent) und waren häufiger Zigarettenraucher (86 Prozent vs. 52 Prozent).
JN
Quellen: Cannabis and Mental Illness. In: Bandolier 143.
S. Zammit et al: Self reported cannabis use as a risk factor for schizophrenia in Swedish conscripts of 1969: historical cohort study. In: BMJ 2002 325: 1199-1204.

