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Was bringt 5-ASA bei Colitis ulcerosa?

Gleich zwei Cochrane-Reviews befassen sich mit der 5-Aminosalicylsäure zur Behandlung der Colitis ulcerosa. Analysiert wurde ihr Nutzen gegenüber Sulfasalazin zur Induktion einer Remission und zum Remissionserhalt.

Schon seit Jahrzehnten wird Sulfasalazin in der Therapie der Colitis ulcerosa erfolgreich einge­setzt. Der traditionsreiche Wirk­stoff setzt sich zusammen aus 5-Aminosalicylsäure und einem Schwefelmolekül, das für einige der Nebenwirkungen verant­wortlich gemacht wird. Fast ein Drittel der mit Sulfasalazin be­handelten Patienten klagt über Übelkeit und Kopfschmerzen; bei Männern kann Sulfasalazin Unfruchtbarkeit verursachen.

Der modernere Wirkstoff 5-Acetylsalicylsäure (5-ASA) hat sich des Schwefels entledigt und ist daher verträglicher. Ob er auch in der Wirksamkeit überlegen ist, überprüften jetzt gleich zwei Cochrane-Reviews. Eines davon betrachtete die Potenz der Wirkstoffe, eine akute Colitis ulcerosa in Remission zu bringen, das andere die Lang­zeitwirkung beim Erhalt der Remission.

Induktion der Remission
5-ASA ist Placebo in allen gemessenen Outcomes deutlich überlegen; die Chance eines Therapieversagens ist mit dem Wirkstoff um 60 Pro­zent geringer als unter einer Schein-Medikation. Gegenüber dem äl­teren Sulfasalazin ist die Wahrscheinlichkeit, keine Remission zu er­reichen, um 17 Prozent reduziert (Peto Odds Ratio: 0,83; 95% - CI 0,60 bis 1,13). 5-ASA wurde in allen Studien besser vertragen als Sulfasalazin.

Erhalt der Remission
Das Risiko, eine Colitis mit 5-ASA nicht in Remission halten zu können, ist gegenüber Placebo um 53 Prozent reduziert. Der Numbers-Needed-to-Treat-Wert liegt bei 6. Der direkte Therapie-Vergleich zeigte eine 29 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit des Remissionserhaltes mit dem äl­teren Sulfasalazin als mit 5-ASA (OR 1,29; CI 1,05-1,57). Beide Wirk­stoffe wurden in etwa gleich gut vertragen.

Die Reviewer kommen zu dem Schluss, dass die neueren 5-ASA-Prä­parate in der Akut-Behandlung Placebo deutlich überlegen sind und auch gegenüber Sulfasalazin einen kleinen Benefit aufweisen. Ge­messen an den deutlich höheren Kosten, bezweifeln sie aber eine klinische Relevanz dieses Vorteils.

In der Langzeit-Therapie zum Remissionserhalt ist 5-ASA wirksam, aber dem älteren Sulfasalazin therapeutisch unterlegen. Die bessere Verträglichkeit kann in manchen Fällen den Ausschlag für eine Therapie mit 5-ASA geben. Wo Kosten eine wichtige Rolle spielen, sollte eher Sulfasalazin gewählt werden.

JN

Quellen: Sutherland L, MacDonald JK: Oral 5-aminosalicylic acid for maintenance of remission in ulcerative colitis. In: The Cochrane Database of Systematic Reviews (2) 2006.

Sutherland L, MacDonald JK: Oral 5-aminosalicylic acid for induction of remission in ulcerative colitis. In: The Cochrane Database of Systematic Reviews (2) 2006.

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