Als obstruktive Schlafapnoe wird das periodische Aussetzen (Apnoe) oder die Behinderung der Atmung (Hypopnoe) während des Schlafs bezeichnet. Ursache ist eine Verengung oder der Verschluss der oberen Atemwege aufgrund des fehlenden Muskeltonus.Die - meist übergewichtigen - Betroffenen fühlen sich untertags müde und haben teilweise großen Leidensdruck. Langfristig ergeben sich kardiovaskuläre Probleme in Form von Hypertonie, koronarer Herzkrankheit und erhöhter Insult-Gefahr. Schlafapnoe-Patienten sind auch deutlich häufiger in Verkehrsunfälle verwickelt.
Die Standard-Behandlung ist eine nächtliche assistierte Atmung mit erhöhtem Luftdruck über eine Maske. Mitarbeiter der Cochrane Collaboration haben den Benefit der Methode nun in einem Review zusammengefasst.
Bereits 36 randomisierte, kontrollierte Studien mit insgesamt 1.718 Patienten haben CPAP (continuous positive airways pressure) untersucht. Im Vergleich mit den Kontrollgruppen verbesserte CPAP darin sowohl die objektive als auch subjektive Schlafqualität, die Lebensqualität, die kognitive Funktion sowie die Schläfrigkeit während des Tages. Dazu reduzierte sich auch das kardiovaskuläre Risiko gemessen am 24-h-Blutdruck (systolisch und diastolisch). CPAP war medikamentösen Therapien in Bezug auf O2-Sättigung und Apnoe-Phasen überlegen. Allerdings bevorzugten Patienten, die auf beide Behandlungsansätze ansprachen, deutlich eine orale Therapie, wenngleich diese wahrscheinlicher wegen Unwirksamkeit oder Nebenwirkungen wieder abgebrochen wurde als CPAP.
"CPAP ist eine effektive Therapie zur Besserung der Symptome einer Schlafapnoe und medikamentösen Ansätzen überlegen", so das Fazit der Reviewer. Zur Beurteilung der Langzeit-Wirkung der nächtlichen Maskenatmung fehlen laut Cochrane aber noch Daten. Ebenso fehlen Studien zur Effektivität von Programmen zur Gewichtsreduktion bei Schlafapnoe.
JN
Quelle: Giles TL. Lasserson TJ, Smith BJ et al: Continuous positive airways pressure for obstructive sleep apnoea in adults. In: The Cochrane Database of Systematic Reviews (3) 2006.

