Molluscum contagiosum ist eine häufige Hautinfektion, insbesondere im Kindes- und Jugendalter. Die charakteristischen Warzen sind leicht an ihrer zentralen Eindellung zu erkennen. Bevorzugte Stellen sind die Genital- und Achselregion, die Kniekehlen, die Augenlider und der seitliche Brustkorb.Die Übertragung erfolgt - auch intraindividuell - durch Hautkontakte. Und obwohl die ungebetenen Gäste harmlos sind und bei intaktem Immunsystem nach einigen Monaten meist von selbst wieder verschwinden, ohne Narben zu hinterlassen, versuchen die meisten Kollegen ihr therapeutisches Glück.
Mitarbeiter der Cochrane Collaboration fanden in den medizinischen Datenbanken nicht mehr als fünf Studien mit insgesamt 137 Patienten, in denen topische, systemische und homöopathische Interventionen untersucht wurden. Diese zeigten einen geringen Vorteil für die gemeinsame Anwendung von Natriumnitrit mit Salicylsäure gegenüber ASS alleine. Kein statistischer Unterschied ergab sich indes im Behandlungserfolg von topischem Povidon-Jod plus topischem ASS gegenüber Povidon alleine. Nicht wirksamer als Placebo waren Kaliumhydroxid, systemische Behandlung mit Cimetidin und dem homöopathischen Calcarea carbonica. Keine der Medikationen war mit ernsten Nebenwirkungen verbunden - wobei der oft gegen Mollusken eingesetzte scharfe Löffel und Vereisungen nicht untersucht worden waren.
Nach Ansicht der Reviewer konnte keine Intervention ihren Nutzen unter Beweis stellen. Das letzte Wort sei in dieser Angelegenheit allerdings noch nicht gesprochen, da die vorliegende negative Evidenz meist aus Studien schlechter Qualität stammte (nicht geblindet, keine Intention-to-Treat-Analyse, viele Dropouts).
Vorläufiger Rat der EBM-Experten: "Die Heilung von Dellwarzen sollte bis zur Verfügbarkeit besserer Evidenz der Natur überlassen werden."
JN
Quelle: Van der Qouden Jc, Menke J Gajadin S et al: Interventions for cutaneous molluscum contagiosum. The Cochrane Library of Systematic Reviews, 2006, Issue 2

