Depressionen und Angsterkrankungen sind auch bei Kindern häufige psychiatrische Erkrankungen. Zu den verfügbaren therapeutischen Optionen zählen Psychotherapie, kognitive Verhaltenstherapie und Medikamente, die alle ihre Wirksamkeit bei Kindern unter Beweis gestellt haben.Doch viele Eltern und auch Ärzte haben Bedenken gleich in erster Instanz zu Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI) zu greifen. Ob Sport und Bewegung wie bei Erwachsenen gute therapeutische und prophylaktische Wirksamkeit zeigen, untersuchte zuletzt ein Cochrane-Review.
Obwohl die Suche in den medizinischen Datenbanken 19 Studien auswies, die körperliches Training in Hinblick auf seine psychischen Effekte bei Kindern zwischen elf und 20 Jahren untersucht hatten, lassen sich keine klaren Schlüsse daraus ziehen. Die meisten Arbeiten waren von unzureichender methodologischer Qualität und konnten wegen der großen Unterschiede im Studiendesign nicht gemeinsam analysiert werden.
Dennoch glauben die Cochrane-Reviewer einen Trend ausgemacht zu haben: Sport und körperliches Training haben demnach einen - wenn auch geringen - prophylaktischen Nutzen gegenüber Angst und Depression, wobei die Intensität des Trainings keine Rolle zu spielen scheint. In der Behandlung einer bereits manifesten psychischen Erkrankung konnte mangels Daten kein Effekt nachgewiesen werden.
JN
Quelle: Larun L, Nordheim LV, Ekeland E: Exercise in prevention and treatment of anxiety and depression among children and young people. In: The Cochrane Database of Systematic Reviews (4) 2006.

