Die Befürworter der Elektrostimulation versprechen sich schnellere funktionelle Wiederherstellung und Reduktion der Residuen, wenn die betroffenen Extremitäten auch in der Lähmung trainiert werden - per gezieltem Elektroschock.Ein Reviewer-Team der Cochrane Collaboration fand immerhin 2.077 Referenzen in den medizinischen Datenbanken, die sich des Themas bislang angenommen haben - aber nur 28 davon genügten den strengen Qualitätskriterien der Evidence Based Medicine (EBM).
Elektrostimulation konnte darin tatsächlich die Zeit bis zum ersten willkürlichen Bewegen des Beins oder Arms etwas verkürzen - allerdings meist nur dann, wenn in der Vergleichsgruppe gar keine Reha-Maßnahmen angewendet wurden. Alle anderen - je nach Studie unterschiedlichen - Outcome-Parameter unterschieden sich nicht beim Head-to-Head-Vergleich mit Placebo und anderen physiotherapeutischen Methoden.
Warten auf den Überblick
Die Reviewer möchten derzeit noch keine abschließende Aussage zur Wirksamkeit der Methode machen, da die Studiendaten sich nicht in einer Metaanalyse zusammenfassen lassen. Zu unterschiedlich sind die eingesetzten Geräte, Patienten, Dosierungen der Elektrostimulation, Zeitpunkte des Einsatzes nach dem Insult und die Endpunkte. Darüber hinaus war die Teilnehmerzahl der Studien sehr gering und die Ergebnisse zeigten sich zum Teil widersprüchlich.
JN
Quelle: Pomeroy VM, King L, Pollock A et al: Electrostimulation for promoting recovery of movement or functional ability after stroke. In: The Cochrane Database of Systematic Reviews 2006, Issue 2.

