Etwa zehn bis 15 Prozent der erwachsenen Bevölkerung in Österreich haben Gallensteine, ein bis vier Prozent von diesen werden jährlich symptomatisch. Auch wenn die Indikation zur Operation schnell gestellt ist, wird mit der Cholezystektomie meist abgewartet, bis die akute Entzündung abgeklungen ist.Auf diese Weise soll das Operationsrisiko bzw. das Risiko eines Wechsels von der laparoskopischen zur offenen Operation minimiert werden. Reviewer der Cochrane Collaboration bezweifeln nun in ihrer aktuellen Metaanalyse von fünf randomisierten, kontrollierten Studien, dass diese Vorsicht gerechtfertigt ist.
Bei der gemeinsamen Auswertung von 451 Operationsprotokollen fand sich kein Unterschied zwischen der Mortalität im Fall eines sofortigen Eingriffs und der Sterblichkeit bei Zuwarten bis zum Abklingen der Symptome: Sie lag in beiden Gruppen bei null. Auch bei den anderen Outcomes wie Gallengangsverletzungen oder Wechsel zur offenen Operation ergaben sich keine signifikanten Unterschiede.
Schnelle OP verkürzt Spitalsaufenthalt
Einiges spricht dagegen für die umgehende Operation: Bei 17 Prozent der Patienten aus der verzögert operierten Gruppe musste eine notfallmäßige Cholezystektomie durchgeführt werden, die bei knapp der Hälfte schließlich offen fortgeführt wurde. Die Hospitalisierungsdauer bei sofortiger Operation war durchschnittlich drei Tage kürzer.
Die Reviewer stellen abschließend fest, dass frühe laparoskopische Cholezystektomie noch während der akuten Entzündung sicher ist und den Krankenhausaufenthalt verkürzt. Da in den verfügbaren Studien jedoch nur wenig negative Endpunkte eingetreten waren, ist das letzte Wort in dieser Frage noch nicht gesprochen.
JN
Quelle: Gurusamy KS, Samarj K: Early versus delayed laparoscopic cholecystectomy for acute cholecystitis. In: The Cochrane Database of Systematic Reviews (4) 2006.

