Den Nachweis einer Verbindung von Cephalgie und Bluthochdruck führt man am besten, indem die Wirksamkeit einer anti-hypertensiven Therapie gegen Kopfschmerz mit Placebo verglichen wird. Keine leichte Aufgabe, denn in den medizinischen Datenbanken finden sich immerhin 354 placebokontrollierte Hypertonie-Studien.Nach Exklusion von Arbeiten mit Dosistitrationen, behandelten Kontrollgruppen, Kombinationstherapien und Kalzium-Kanal-Blockern (die Kopfschmerzen auslösen können), blieben noch 94 Studien mit 24.000 Patienten zur Metaanalyse übrig. Das durchschnittliche Alter der Patienten lag bei 53 Jahren, die mittlere Beobachtungsdauer betrug acht Monate. Therapeutisch wurden Thiazide, Beta-Blocker, ACE-Hemmer und Angiotensin-II-Rezeptor-Blocker eingesetzt.
Klein, aber fein
In allen Studien zusammen sank der Blutdruck in den Verum-Gruppen systolisch um 9,4mmHg, diastolisch um 5,5mmHg ab. Alle vier Klassen von Blutdruck-Medikamenten reduzierten dabei das Risiko von Kopfschmerzen gegenüber Placebo um 35 Prozent. Der mittlere absolute Unterschied im Anteil der Kopfschmerz-Patienten in Verum- und Placebo-Gruppe betrug 3,5 Prozent.
Mit einem Numbers-Needed-to-Treat (NNT)-Wert von 30 für einen verhinderten Kopfschmerz, taugen Antihypertensiva nicht unbedingt zur Cephalgie-Prophylaxe. Dennoch bestätigt das Review einen kleinen, aber günstigen Effekt. Dass die prophylaktische Wirkung auf die Senkung des Blutdrucks zurückzuführen ist, zeigt die Tatsache, dass beim Vergleich der vier Medikamente mit unterschiedlichem Wirkmechanismus kaum Unterschiede zu erkennen waren. Allerdings war auch kein signifikanter Zusammenhang zwischen Höhe des Blutdrucks und der Häufigkeit von Kopfschmerz nachweisbar.
JN
Quellen:
M Law et al.: Headaches and the treatment of blood pressure. Results from a metaanalysis of 94 randomized placebo-controlled trials with 24,000 participants. In: Circulation 2005 112:2301-2306.
Headache and Antihypertensives. In: Bandolier 143.

