Kurz wirksame Insulin-Analoga wirken schneller als reguläres Human-Insulin. Die Möglichkeit, direkt vor dem Essen zu spritzen, und der Wegfall der Wartezeiten macht die neue Therapiemöglichkeit bei Patienten beliebt. Ärzte versprechen sich Vorteile von den nachgewiesen niedrigeren postprandialen Blutzuckerwerten. Ein Reviewer-Team der Cochrane Collaboration hat nun die Studiendaten bezüglich des langfristigen Benefits für den Patienten geprüft.In 49 Studien mit insgesamt 8.274 Patienten wurden kurz wirksame Insulin-Analoga bislang untersucht. Auf die langfristige Blutzucker-Kontrolle zeigte sich dabei keinerlei Effekt: Gegenüber der Vergleichstherapie sank der HbA1c bei Typ-1-Diabetikern durch ihren Einsatz um durchschnittlich 0,1 Prozent; bei Typ-2-Diabetikern war gar kein Unterschied feststellbar (0,0 Prozent). Auch in Subgruppen-Analysen zeigte sich der HbA1c kaum verändert: -0,2 Prozent gegenüber der Insulinpumpe, -0,1 Prozent gegenüber konventioneller intensivierter Insulintherapie. Auch die Gefahr von Hypoglykämien blieb mit +- 0,2 Episoden pro Patient und Monat von der Wahl des Insulins unbeeinflusst. Zu den Langzeitwirkungen in Bezug auf Mortalität oder Auftreten von Diabetes-Komplikationen liegen bislang noch keine Studien vor.
Mehr Sicherheit durch Langzeitdaten
Die Reviewer kommen zu dem Schluss, dass kurz wirksame Insulin-Analoga nur einen minimalen Benefit für den Patienten bringen. Bis Daten zu Langzeit-Wirkung und Langzeit-Sicherheit verfügbar sind, raten sie zur Zurückhaltung bei der Verschreibung. Insbesondere bei schwangeren Frauen werden zur Überprüfung der Sicherheit Studien mit längerem Follow-up, größerer Patientenzahl und besserer methodologischer Qualität benötigt, als sie derzeit vorliegen.
JN
Quelle: Siebenhofer A, Plank J, Berghold A et al: Short acting insulin analogues versus regular human insulin in patients with diabetes mellitus. In: The Cochrane Database of Systematic Reviews 2006, Issue 2.

