Die Verletzungsgefahr bei Autounfällen folgt einer einfachen Formel: Je höher die Geschwindigkeit des Fahrzeugs, desto höher die Aufprall-Energie der Insassen und desto ernsthafter die Verletzungen.Ebenso mathematisch ist anzunehmen, dass Maßnahmen zur Geschwindigkeitssenkung auf den Straßen schwere Unfallverletzungen vermeiden helfen. Ob diese Rechnung aufgeht, untersuchte jetzt ein Cochrane-Reviewteam.
Die Autoren fanden 26 Studien, in denen die Schwere von Verletzungen rund um eine Radarfalle mit Gebieten ohne Überwachung verglichen wurde. Fast alle Arbeiten (außer einer) zeigten übereinstimmend eine deutlich niedrigere Zahl von Rasern in Straßen mit häufigen Verkehrskontrollen.
Unbedankter Lebensretter
Durch fix installierte Blitzkästen sanken Geschwindigkeitsübertretungen von mehr als 15 km/h um 50 bis 65 Prozent, die Durchschnittsgeschwindigkeit um bis zu 15 Prozent. Krankenhäuser im direkten Einzugsgebiet der Radarfalle berichteten über eine Reduktion von Unfällen um 14 bis 72 Prozent; Unfälle mit Verletzten gingen um acht bis 46 Prozent zurück. Bei den Schwerverletzten und Toten wurde ein Rückgang zwischen 40 und 45 Prozent dokumentiert.
Bei der Betrachtung größerer Gebiete (Einführung von Radarfallen in Kleinstädten oder Stadtteilen) zeigte ein Vorher/Nachher-Vergleich ebenfalls positive Effekt auf Unfälle (minus neun bis minus 35 Prozent), Unfälle mit Verletzten (minus sieben bis minus 30 Prozent) und Unfälle mit tödlichem Ausgang (minus 13 bis 58 Prozent).
Langzeitstudien belegen außerdem, dass die prophylaktische Wirkung der Radarfalle dauerhaft anhält oder sich mit der Zeit (und zunehmendem Bekanntheitsgrad) sogar noch steigert. Absoluter Benefit: Fünf bis 35 Prozent weniger Unfälle in überwachten Bereichen. Vielleicht hat die Radarfalle also durchaus etwas mehr Sympathien verdient...
JN
Quelle: Wilson C, Willis C Hendikz JK: Speed enforcement detection devices for preventing road traffic injuries. In: The Cochrane Database of Systematic Reviews 2006, Issue 2.

