Beim Versuch, das Rauchen aufzugeben, wird jegliche Hilfe dringend gebraucht. Aus eigener Kraft und ohne Medikamente, nur mit dem oft beschworenen "eisernen Willen", sind nur knapp fünf Prozent der Raucher auch ein Jahr nach dem Auslassversuch noch ohne Rückfall.Mitarbeiter der Cochrane Collaboration untersuchten jetzt die Hilfestellung durch ein Call-Center-Team beim Nikotinverzicht auf ihre Effektivität.
Immerhin 48 randomisierte, kontrollierte Studien (RCTs) haben Telefonberatungen für Ex-Raucher bereits evaluiert. Tatsächlich steigerte die Verfügbarkeit einer Hotline die Erfolgsraten in fast allen RCTs (bis auf zwei) deutlich. Acht Studien mit insgesamt 18.000 Rauchern ergaben eine 49 Prozent höhere Chance, nach einem Jahr noch clean zu sein. Die meisten RCTs zeigten eine klare Dosis-Wirkungs-Beziehung mit höheren Abstinenzraten bei intensiverem/häufigerem Telefonkontakt.
Die Interventionen waren erfolgreicher, wenn die Teilnehmer die Beratungsgespräche selbst initiieren konnten, als wenn wiederholt unangemeldete "Kontrollanrufe" erfolgten. Zwischen den verschiedenen Formen der Beratung beim einzelnen Telefonat konnte kein signifikanter Unterschied gefunden werden. Wichtigster prädiktiver Marker für dauerhafte Abstinenz blieb jedoch die Motivation des Rauchers zum Verzicht.
Vieltelefonierer mit besseren Chancen
In der Zusammenschau der Daten bestätigen die Reviewer Raucher-Hotlines eine erwiesene Wirksamkeit gegenüber der Standardtherapie in Form eines ärztlichen Beratungsgespräches oder einer Broschüre. Schon zwei Telefonate erhöhen die Abstinenzraten signifikant, jeder Anruf steigert die Quote anschließend weiter. Systeme, bei denen ein Berater bei Bedarf zurückruft, waren am aussichtsreichsten.
JN
Quelle: Stead LF, Perera R, Lancaster T: Telephone counselling for smoking cessation. In: The Cochrane Database of Systematic Reviews (3) 2006.

