Bei etwa zehn Prozent der Patienten mit Magenbeschwerden ist ein peptisches Ulcus die Ursache. In 95 Prozent der duodenalen und 70 Prozent der gastralen Geschwüre findet sich Helicobacter pylori. Dass eine gezielte Antibiose das Ulcus abheilen kann und Rezidive verhindert, ist in Studien inzwischen gut belegt. Mitarbeiter der Cochrane Collaboration haben deren Daten nun gemeinsam analysiert und den genauen Benefit der H.p.-Eradikation berechnet.Insgesamt 56 Studien genügten den hohen Qualitätsansprüchen der Reviewer und wurden in die Metaanalyse einbezogen. In 34 davon heilte ein Duodenalulcus mit Eradikationstherapie besser ab, im Vergleich zu einer Ulcus-Standardbehandlung. Das Risiko eines persistierenden Geschwürs war unter Antibiose um 44 Prozent geringer. Gegenüber keiner Behandlung fanden zwei Studien eine Risikoreduktion für anhaltende Beschwerden von 63 Prozent. Bei Magengeschwüren konnte in vier Studien kein Unterschied in der Heilungsrate zwischen Eradikation und säurehemmender Standardtherapie gezeigt werden.
H.p.-Eradikation war bei der Verhinderung von Duodenalulcus-Rezidiven ebenso erfolgreich wie eine Dauertherapie mit Säureblockern. Im Vergleich mit keiner Behandlung reduzierte sich das Risiko erneuter Geschwüre jedoch um 80 Prozent (27 Studien mit 2.500 Patienten). In der Rezidiv-Prophylaxe von Magengeschwüren ergab sich eine Risikoreduktion von 71 Prozent gegenüber Placebo (elf Studien mit 1.104 Patienten).
Das Fazit der Reviewer: "Eine ein- oder zweiwöchige Helicobacter-pylori-Eradikationstherapie ist eine effektive Behandlung bei H.p.-positiven peptischen Ulcera, insbesondere zur Rezidiv-Prophylaxe."
JN
Quelle: Ford AC, Delaney BC et al: Eradication therapy for peptic ulcer disease in Helicobacter pylori positive patients. In: The Cochrane Database of Systematic Reviews (2) 2006.

