Bei einem erneuten Review zu den Folgen des Tabakkonsums bestätigte eine große Beobachtungsstudie die schon in früheren Untersuchungen postulierte dosisabhängige Gesundheitsschädigung. Seit Beginn der 70er-Jahre wurde ein Sample von 19.000 Frauen und 24.000 Männern aus dem ländlichen Norwegen regelmäßig zu ihren Rauchgewohnheiten befragt. In Fragebögen gaben sie auch Auskunft über ihren Gesundheitszustand und das Vorliegen von kardiovaskulären Erkrankungen. Unter den Frauen waren 42 Prozent Raucherinnen, unter den Männern griffen gar 65 Prozent zum Glimmstängel. Die stärkste Dosisabhängigkeit zeigte sich in Hinblick auf Lungenkrebs, dessen Erkrankungsrisiko durch zehn bis 15 Zigaretten 17fach ansteigt. Werden mehr als 25 Zigaretten pro Tag geraucht, steigt das Risiko im Vergleich zu Nichtrauchern 35fach. Auch bei der Gesamtmortalität, bei der Gesamt-Krebsrate sowie bei ischämischen Herzerkrankungen stieg das Risiko mit jeder Zigarette an. Sogar in jener Gruppe, die nur ein bis vier Zigaretten rauchte, waren die Erkrankungszahlen noch signifikant erhöht: 1,5fach erhöhte Mortalität, 2,8faches Risiko für koronare Herzkrankheit und eine 3- bis 5fach erhöhte Inzidenz von Pulmonal-Karzinomen.
Ein sicheres Quantum gibt es nicht
Die britischen Bandolier-Mitarbeiter begrüßen angesichts dieser Ergebnisse das Rauchverbot in Restaurants und Pubs auf ihrer Insel: "Es gibt keine sichere untere Grenze für das Rauchen. Auf der Dosis-Wirkungs-Kurve von oben nach unten zu kommen, ist gut - aber die Menschen ganz von der Kurve wegzubringen ist noch viel besser."
JN
Quelle:
Bandolier 141: Cigarette Smoking dose-response.

